Telos Communication Group Editions








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ÜBERSETZUNG, adaptation

UND

MEHRSPRACHIGES Editing


Zweite Auflage

Durchgesehen und verbessert

im September 2000

von

Franco Troiano

Franco Troiano

Jacques Permentiers Erik Springael


Übersetzung, Adaptation

und

mehsprachiges Editing


Handbuch

für Sprach- und Multimediadienste


Vorwort von Giancarlo Marchesini,

Professor

der l’Ecole de Traduction et d'Interprétation (ETI)

der Universität Genf
T.C.G. Editions

Brüssel
Titelbild:

Der heilige Hieronymus (Schutzpatron der Übersetzer)

von Antonello da Messina (1430-1470).

London, Nationalgallerie

Jede Form des Nachdrucks oder der Veröffentlichung,

auch auszugsweise,

bedarf der schriftlichen Genehmigung durch den Autor.

Vervielfältigungen zu privaten Zwecken oder Zitate

sind nur unter Angabe von Autor und Quelle zulässig.


Telos Communication Group Editions


197, av. de Tervueren - 1150 Brüssel

Brüssel 2000

ISBN 2-9600071-3-1

.

Dem verkannten und unbekannten Übersetzer

Übersetzung,Aadaptation und mehrsprachiges Editing
Dieses Buch ist das Ergebnis von mehr als zwanzig Jahren Erfahrung im Bereich des Copywriting, der Übersetzung und des mehrsprachigen Editings. Es wird die Fragestellung aufgeworfen, was die sprachliche Qualität im Berufsfeld des Multimedia-Publishings bedeutet. Nach mehr als zehn Jahren Zusammenarbeit wollten die Autoren ein praktisches Hanbuch herausgeben, um auf die vielen (oft schlecht formulierten) Probleme und Fragen einzugehen, die bei der Übersetzung und dem Druck von Wörtern auftreten. Besonders wenn es um mehrere Sprachen geht.


Die Autoren
Im Jahr 1977, gründete Franco Troiano Eurologos, ein Unternehmen für sprachliche Dienstleistungen. Nachdem er 1989 une Druck- und Multimediafiliale (Littera Graphis) ins Leben rief, schuf er ein Netz von ca. zehn Eurologos-Sitzen auf vier verschiedenen Kontinenten (es handelt sich um „glokale” Sitze – wie er sie gerne nennt – d.h. sie sind gleichzeitig global und lokal). Und mit dem Motto „die Sprache muß da produziert werden, wo sie gesprochen wird“ kann Eurologos in der Zukunft nur weiter expandieren.
Jacques Permentiers verfügt über den akademischen Grad Licence in Germanistik und einen Magistertitel in Übersetzungswissenschaft FR (NL-DE-EN), der ihm 1981 verliehen wurde. Als Gründungsmitglied der Belgian Quality Translation, gehört er zu den bekanntesten und am meisten geschätzten Übersetzern des belgischen Markts.
Nach einiger Erfahrung als Copywriter im Bereich Werbung konnte sich Erik Springael seiner Leidenschaft hingeben: dem industriellen Editing. Als ausgebildeter Übersetzer (er beherrscht fließend fünf Sprachen), erlernte er, dank seines Know-Hows als Linguist und Werbetexter, die modernsten Technologien des Editing im Bereich Handel und Werbung.

Inhaltverzeichnis

Einleitung der zweiten Auflage von Franco Troiano

Vorwort der ersten Auflage von Hugo Marquant

Vorwort der zweiten Auflage von Giancarlo Marchesini

Vorwort der deutschen Ausgabe von Heidi Aschenberg

Anmerkung zur deutschen Ausgabe der zwei deutschsprachigen Übersetzerinnen Marlene Pfaff und Claudia Schneider

Vorwort zur englischen Ausgabe von Myriam Salama-Carr

Anmerkung der zwei Übersetzerinnen der englischen Ausgabe Mary Kennedy und Kate Lindsay

Vorwort zur spanischen Ausgabe von Joaquín García Palacios

Anmerkung der Übersetzerin der spanischen Ausgabe María Isabel Casenave

Vorwort der ersten italienischen Auflage 1996 von Federica Scarpa

Anmerkung der zwei Übersetzer der italienischen Ausgabe 1996 von Davide De Leo und Matteo Fiorini

Vorwort der niederländischen Ausgabe 2000 von Hugo Ruysevelts

Anmerkung der zwei Übersetzer der niederländischen Ausgabe Jan Vanderplatten und Marleen Dewitt

Einleitung der ersten Auflage 1994 von Franco Troiano, Jacques Permentiers und Erik Springael

Erster Teil

Von der Konzeption und Redaktion zur Übersetzbarkeit

1.1 Das Konzept der „sprachlichen Qualität“: Mythos und Realität

1.1.1 Wenn das Angebot stets die Nachfrage überwiegt

1.1.2 Die drei Ebenen der sprachlichen Qualität: Übersetzungsqualität, Adaptionsqualität, und Ausgabequalität
1.2 Das gedruckte Wort hat stets das letzte Wort

1.2.1 Von der Revolution des PC und der Medien

1.2.2 Von der gezielten Diskretion des gedruckten Wortes
1.3 Wenn aus Fachtexten Werbetexte werden

1.3.1 Schreiben als entscheidender Faktor des value for money (Preis-Leistungs-Verhältnis)

1.3.2 Der kommerzielle Text - Sachbezogenheit und Anreiz zugleich


1.4 Übersetzungsreifes Copywriting

1.4.1 Vielschichtigkeit und stilistische Feinheit des Textes vor und nach der Übersetzung

1.4.2 Besser ein sehr fachspezifischer, aber gut geschriebener Text als ein einfacher, aber schlecht verfaßter

1.4.3 Von der Achtsamkeit der Copywriter
1.5 Die Zwänge des mehrsprachigen Copywriting

1.5.1 Die künstlerische Freiheit des Schriftstellers - das funktionale Schreiben der Redakteure

1.5.2 Unübersetzbarkeit

1.5.3 Die Übersetzungsfreigabe und die Versuchung des Übersetzers, Verrat zu begehen
1.6 Texte umschreiben oder der Mut zur Wahrheit

1.6.1 Gelegenheitsredakteure und ihre kitschige Handschrift

1.6.2 Übersetzungsfreundliches Umschreiben - eine Heldentat?

1.6.3 Raffinierte Bescheidenheit vorrausschauender Kunden

1.6.4 Die Bewertung industrieller und mehrsprachiger Neologismen

Zweiter Teil

Von der Ebene Qualität/Übersetzung zur Fachübersetzung

2.1 Der Aspekt  „Muttersprache“ bei der Übersetzung: Das integrierte internationale Netzwerk

2.1.1 Von den geheimnisvollen Schwierigkeiten bei der Übersetzung

2.1.2 Die Sprache, die man fast fehlerlos beherrscht

2.1.3 Die Entwicklung der Sprache verfolgen

2.1.4 Die Sprache des Geldes, des Zornes und der Liebe
2.2 Übersetzer und Korrekturleser oder die Lust am Korrigieren

2.2.1 Übersetzte Texte kommen nicht zur Ruhe

2.2.2 Übersetzer und Revisor, die spiegelbildlich arbeiten

2.2.3 Von der Eifersucht unter Rivalen und der doppelten Kontrolle
2.3 Von der wunderbaren Treue der „ethischen“ und „vereidigten“ Revision

2.3.1 Bis zu zehn Kontrollen auf sprachlicher Ebene

2.3.2 Treue zum Text: allein nicht ausreichend, aber notwendig

2.3.3 Von der Fehlbarkeit, die Texten innewohnt

2.3.4 Vereidigte Übersetzungen, sprachliche Qualität und Rechtswert
2.4 Terminologische Kontrolle und einheitliche Begriffsbestimmung bei mehrsprachiger Produktion

2.4.1 „Wörterboom“ und Fachterminologie

2.4.2 Hightech-Glossare als Grundlage

2.4.3 Auf die Ära der muttersprachlichen Übersetzer folgen die Terminologen
2.5 Vom Mythos des Begriffs „Fachübersetzer“

2.5.1 Die Vervielfachung der Technologien und die Spaltung der Übersetzerzunft

2.5.2 Vom Irrsinn des Fachidiotentums

2.5.3 Der Übersetzer als fanatischer Liebhaber des Sinns
2.6 Vom phantastischen Schwindel des „spezialisierten“ Übersetzers

2.6.1 Das Geisterheer der „spezialisierten“ Übersetzer

2.6.2 Zwei Telefone, ein Fax und ein Karteikasten

2.6.3 Vom Overclaim der Briefkastenagenturen

2.6.4 Technische Berater sind keine Übersetzer
2.7 Verständlicher Technizismus und Übersetzbarkeit

2.7.1 Die Ebene der sprachlichen Qualität fachsprachlicher Texte

2.7.2 Laienübersetzer und verständlicher Text

2.7.3 Die Mitarbeit der Terminologen und fachsprachlichen Berater

2.7.4 Die fachsprachliche Kontrolle des korrigierenden Kunden

Dritter Teil

Von der Direktübersetzung zur Ebene Qualität/Adaption

3.1 Das „Quidam“-Syndrom und die Spontanübersetzung

3.1.1 Die berechtigte Angst vor dem unbekannten Übersetzer

3.1.2 Der persönliche und regelmäßige Kontakt mit dem Übersetzer

3.1.3 Interne Übersetzer in großen internationalen Übersetzungs- und Editingsbüros
3.2 Akzeptabilität der Übersetzung und Übersetzungskritik

3.2.1 Überbringung von Wörtern in unbekannte Sprachen

3.2.2 Die mißliche Lage des Kunden und die Qualität auf Übersetzungsniveau

3.2.3 Einen guten Korrekturleser erkennt man an seinem Kritiker-Werkzeug

3.2.4 Übereifer und Sprachdämone
3.3 Kritisches Lesen durch den Übersetzer und seine ungleichen Kritiken

3.3.1 Die gründliche Lektüre durch den Übersetzer

3.3.2 Textanalyse auf Scannerebene

3.3.3 Sprachliches Nachhutgefecht

3.3.4 Unbewußte Korrektur des Originaltexts
3.4 Der Preis von Stil und Schreibstift. Das Marketing mischt mit

3.4.1 Die sprachliche Orthodoxie der Grenzbevölkerung und die Niederlassungen im Ausland

3.4.2 Dem Chauvinismus der Korrekturleser im Ausland vorbeugen: das internationale Übersetzungsbüro

3.4.3 Machenschaften gegen die rationale Zentralisierung mehrsprachiger Projekte
3.5 Das letzte Wort zwischen Übersetzer und Korrekturleser

3.5.1 Drei Beurteilungskategorien

3.5.2 Die letzte Berufspflicht des Übersetzungsbüros
3.6 Die „Briefkastenbüros“: Trotz ihres „Analphabetismus“ können sie als

Vermittler fungieren

3.6.1 Die Realitätsferne gewisser Übersetzungsbüros

3.6.2 Die zweifache Kontrolle bei ausgefallenen Sprachen

3.6.3 Der Charme der kleinen zweisprachigen Büros

3.6.4 Wenn ein Vermittler gefragt ist

Vierter Teil

Von der Ebene Qualität/Adaption bis zur Ebene Qualität/Ausgabe

4.1 Die mehrsprachige Adaption von Werbetexten und die Zielmärkte

4.1.1 Das Comeback der Copywriter

4.1.2 Nicht Übersetzung, sondern Adaption!

4.1.3 Erst der Geo- dann der Soziostil: die Ebene Qualität/Adaption

4.1.4 Die Odyseen der Werbeadaptationen
4.2 Wert und Preis der Qualität

4.2.1 Lieber preiswert und nur eine Sprache, als mäßig teuer und (angeblich) viele

4.2.2 Ohne eine Mindestanzahl interner Übersetzer keine großen Übersetzungsbüros

4.2.3 Günstig im Vergleich
4.3 Jede Qualitätsebene hat ihren Preis

4.3.1 Qualitätsgrundlage: die Kontrolle

4.3.2 Auf Fehlerjagd bis zur „Druckfreigabe“

4.3.3 In Qualität investieren

4.3.4 Grundlegendes bei der Qualität auf Ausgabeniveau

4.3.5 Der unternehmenspolitische Faktor und die Partnerschaft in Sachen Sprachen
4.4 Die ethische und vertragliche Nicht-Verantwortlichkeit der Vermittlungen

4.4.1 Der Kunde hat immer recht

4.4.2 Die Qualität auf Ausgabeniveau für den Preis der Qualität auf Übersetzungsniveau

4.4.3 Echte Partnerschaft statt nur Lieferung von Zeilen
4.5 Wie beanstandet man eine Übersetzung?

4.5.1 Legitime Beanstandungen

4.5.2 Fünf Regeln

4.5.3 Auf der Suche nach einem neuen Sprachendienst

Fünfter Teil

Von der Mehrsprachigkeit bis zu Druckvorstufe und Editing: die Ära der multinationalen Unternehmen für Sprachdienstleistungen

5.1 Druckvorstufe und mehrsprachiger Editing

5.1.1 Als Programme noch nicht kompatibel waren

5.1.2 Druckvorstufe folgt der Übersetzung auf dem Fuße

5.1.3 Eine Annäherung zwischen Übersetzern und (Info-) Graphikern
5.2 Die mehrsprachigen Editing- und Multimediafirmen von heute

5.2.1 Graphikdesignbüros als Allroundbetriebe

5.2.2 Das Editing der mehrsprachigen Übersetzungsbüros oder die Mehrsprachigkeit der Graphikbüros? 5.2.3 Synchronisation und Lokalisierung

5.2.4 Eine technisch ausgereifte Ausrüstung im Dienste der Sprachakrobaten

5.2.5 Die Ära des polyglotten Multimedia auf den vielsprachigen und integrierten Märkten

Sechster Teil

Vom Dolmetschen bis zum Kongreßdienst

6.1 Dolmetschen: die gesprochene Variante der Übersetzung

6.1.1 Die acht Arten des Dolmetschen

6.1.2 Wer dolmetscht was? Der Konferenzdolmetscher
6.2 Die verschiedenen Dolmetschdienste

6.2.1 Simultan-und Flüsterdolmetschen

6.2.2 Konsekutivdolmetschen

6.2.3 Verhandlungsdolmetschen und Stegreif-Übersetzung

6.2.4 Telekonferenz-Dolmetschen

6.2.5 Vereidigtes und kombiniertes Dolmetschen
6.3 Audiovisuelle Anlagen und die Zusammenarbeit mit dem Konferenzleiter

6.3.1 Von schalldichten Kabinen bis hin zu individuellen Empfangsgeräten

6.3.2 Koordinierung der Dolmetscher und die Rollenverteilung

6.3.3 Der Trick mit der „schlechten Dolmetschleistung“
6.4 Kongreßdienst und Markenimage

6.4.1 Das Risiko schlechter Leistungen vor, während und nach der Konferenz

6.4.2 Die Bedeutung der schriftlichen Kommunikation auf einer Konferenz
6.5 Checkliste für die Dolmetschdienste

Siebter Teil

Die Ebene Qualität/mehrsprachiges Editing und der politisch-wirtschaftliche Aspekt

7.1 Nullfehler-Qualität und Wirtschaftskrise

7.1.1 Schulden müssen irgendwann zurückgezahlt werden

7.1.2 Wie erreicht man „Nullfehler-Qualität“ beim mehrsprachigen Editing?

7.1.3 Qualität-Editing als wirtschaftliche Notwendigkeit


7.2 Die Spezialisten des mehrsprachigen Editing bei der Arbeit

7.2.1 Die Freuden der kreativen Bequemlichkeit

7.2.2 Einhalt dem Kampf der Unternehmen

7.2.3 Qualität als Destillat aus Ethik und Politik

Achter Teil

Glossar für Übersetzung, Adaption und mehrsprachiges Editing

Das Sprechen ein und derselben Sprache erfordert peinliche Genauigkeit

Nachwort der zweiten Auflage von Franco Troiano

Der Markt, die Suche nach hervorragender Qualität unter den multinationalen Übersetzungsbüros und der utopische Versuch, das geschriebene Wort zu beglaubigen

Anhänge


Anhang 1


Automatische Übersetzung oder computergestützte Übersetzung?

Ein Beispiel für die automatische Übersetzung: SYSTRAN


Anhang 2


Vortrag von Franco Troiano vor den Studenten des Studiengangs Übersetzen und Dolmetschen der Universität Triest am 20. März 1995: „Der Markt der Sprachendienste und die Berufsaussichten für Übersetzer und Dolmetscher“

Anhang 3


Vortrag von Franco Troiano anlässlich des Seminars FEDER.CEN.TR.I in Bologne, 1996: „Die sprachliche Qualität im mehrsprachigen Editing: Bedingungen und Methoden um die Qualität zu erreichen”


Anhang 4


Vortrag von Pascale Sterkendries, Projektmanager bei Eurologos-Brüssel, in der Kongresshalle in Brüssel am 15. September 1998: „Die Sekretärin im Zeitalter der Globalisierung in der das Angebot die Nachfrage übersteigt”


Anhang 5


Vortrag von Sébastien Chipot, Übersetzer und Projektmanager von Eurologos-Brüssel, an der Universität Portsmouth, GB, am 30. April 1999: „Die Globalisierung des Marktes und die Produktion von mehrsprachigem Editing”


Anhang 6


Vortrag von Sandrine Olejnik beim Kongress der Association Européenne de Terminologie in Paris im Mai 1999: „Terminologie angewandt für Übersetzungsdienste und mehrsprachiges Editing”

Wichtigste bibliographische Quellen

Eine Auswahl an Rezensionen

Fußnoten

Namensverzeichnis

Einleitung der zweiten Auflage von Franco Troiano
In dieser Einleitung wird beschrieben, wie die erste Auflage des Buches von 1994 aufgenommen wurde. Mehrere europäische Universitäten haben sehr positive Reaktionen gezeigt. Außerdem wird die Notwendigkeit erläutert, das Buch angesichts der äußerst schnellen Entwicklung der Multinationalisierung der Übersetzungsdienste zu überarbeiten.
Ein demütiger Rückfall
Mangels Bescheidenheit waren wir bei der Veröffentlichung der ersten Auflage des Buches im Jahr 1994 sehr demütig. Wir standen im übrigen denen, deren Beruf das Schreiben ist, nicht weniger demütig gegenüber. Denn diese Demut begründet sich durch das systematische Risiko, dass einem bei der Übersetzung ein orthosyntaktischer Fehler unterläuft und durch das zwangsläufig schmerzhafte Mysterium, das die Übersetzung im allgemeinen umgibt. Wir glauben weiterhin, noch heute, dass die Bescheidenheit eine sehr dürftige, wenn nicht sogar verdächtige Tugend ist. Vor allem für die Übersetzer, die für gewöhnlich für unbescheiden und äußerst empfindlich gehalten werden.

Man muß zugeben, dass Menschen, die jedes Jahr Tausende von Seiten voll schreiben, und sich dabei mindestens sechzig mal pro Zeile vertuen können, nicht bescheiden sein können. Sie können (müssen) demütig sein, zutiefst demütig, aber nicht bescheiden. Man könnte selbst sagen, dass sie durch die Notwendigkeit ihres Berufes dazu gezwungen sind, demütig zu sein und aufgrund ihrer intellektuellen Tugend unbescheiden sein müssen.

Also mussten wir bei der druckfertigen Version der ersten Auflage dieses Buches diskret und zurückhaltend sein. Wir waren dies aber auch aus einem anderen, weniger strukturellen und mehr anekdotischem Grund: Soweit wir wussten war noch nie ein Buch, das Probleme der angewandten Übersetzungswissenschaft behandelte, von Fachleuten ausdem privaten Sektor veröffentlicht worden.

Wir haben nicht weniger als dreihundert Bücher konsultiert, die sich mit Problemen der Übersetzung beschäftigen, und die alle von Dozenten, Terminologen, Wissenschaftlern und anderen ganz besonderen Beamten geschrieben wurden. Kein einziges dieser Bücher war von jemandem geschrieben, der wirklich als Übersetzer arbeitet, oder von jemandem, der für ein Unternehmen des privaten Sektors verantwortlich ist. Außerdem waren wir nunmehr gekränkt, weil Dozenten von Universitäten oder Dolmetscher- und Übersetzerinstituten diejenigen, die Bereich der mehsprachigen Dienstleistungen arbeiten, vermehrt beschuldigten (und es auch heute noch tun) führungslos zu sein. Wir konnten diese Kränkung, die im übrigen gut begründet und gerechtfertigt war, nicht länger ertragen. Daher waren wir sehr stolz, als wir für unser Buch gelobt wurden. Besonders wenn das Lob aus den Reihen der europäischen Universitäten kam. Wir veröffentlichen ein Teil dieser Reaktionen zu der ersten Auflage des Buches im Anhang. Die Komplimente und Wertschätzungen unserer Kollegen haben uns ebenso berührt, vor allem, da wir wissen, dass Übersetzer eher sparsam mit £Lob für Kollegen umgehen, die versuchen, sich von der Menge abzusetzen. Die manchmal überraschenden Ermutigungen unserer Berufskollegen, die normalerweise äußerst kritisch sind, hat uns dazu angeregt, noch einmal rückfällig zu werden und das Buch zu überarbeiten. Diese vervollständigte und überarbeitete Auflage ist also das Ergebnis, und es ist wieder einmal sehr demütig.

Die Internationalisierung von Sprachendiensten und die Multinationalisierung von Übersetzungsbüros
Es besteht immer das Risiko, dass die Einleitung zu einer zweiten Auflage eine Art Nachwort der ersten Auflage wird. Ein Buch bleibt schließlich immer ein berichtender Dialog mit dem Leser. Wir müssen also sagen, dass die Exemplare der ersten Auflage schnell vergriffen waren. Unsere Leser kannten uns durch Mundpropaganda (denn wir hatten so gut wie keine Werbung gemacht oder das Buch verteilt). Wir waren nicht selten überrascht zu erfahren, dass es von sehr aufmerksamen Lesern aus den unterschiedlichsten Bereichen gelesen wurde. Es ist das Geheimnis der immer unvorhersehbaren Welt des „gedruckten Logos“ (das was Michel Tournier als Logossphäre bezeichnet). Es war zum Beispiel ein Chinese, der in Frankreich eine detaillierte und tadellose Besprechung unseres Buches veröffentlich hat, in der er ein Kapitel nach dem anderen abhandelte. Es war ein wahres Nachschlagewerk und wir haben uns sehr darüber gefreut. Die radikalste Kritik, die wir über unser Buch erhalten haben, kam aus England. Wir halten uns nicht damit auf zu sagen, dass sie uns einleitend besonders für unseren Schreibstil und die gut begründete Argumentation gelobt haben. Wir möchten an dieser Stelle festhalten, dass sie uns bezüglich des gesamten siebten Kapitels angegriffen haben, dass ihnen zufolge „nicht hätte geschrieben werden sollen“. Dieses Kapitel handelt – wie sie lesen werden – von dem unvermeidlichen und unvertuschbaren Zusammenhang zwischen der (sprachlichen) Qualität und den wirklich vorhandenen wirtschaftlichen Möglichkeiten, um diese zu realisieren. In anderen Worten musste man über Geld reden und über das, was man heute noch „Wirtschaftskrise“ nennt. Wir, die armen Berufstätigen im privaten Sektor, haben und dies getraut. Übrigens halten wir dieses Kapitel – wenn Sie uns dieses Bemerkung erlauben – für eins der bemerkenswertesten des ganzen Buches. Wir haben es in die zweite Auflage übernommen ohne ein einziges Wort daran zu ändern. Die internationale Entwicklung der Wirtschaft in den letzten Jahren hat uns dazu ermuntert, wenn man dies zu sagen wagt. Wir haben die Entwicklungen analysiert und es hat sich zum Glück herausgestellt, dass wir das, dass wir einige Jahre zuvor gesagt hatten, nur vollkommen bestätigen konnten.

Aber wir haben auch eine Reihe von Dingen geändert. Von den nun 314 Einträgen im Glossar ist mehr als ein Viertel neu. Die neusten Technologien des sprachlichen Engeneerings, der Telematik, der Infographik und des Internets verändern unseren Beruf und folglich auch die Wörter, die damit verbunden sind (das was man „Metasprache“ nennt) unglaublich schnell.

Man denke zum Beispiel an die Wichtigkeit internationaler Netzwerke. Der Markt mehrsprachiger Dienstleistungen wird immer mehr von großen multinatonalen Übersetzungsbüros dominiert werden.

Selbst wir, die Eurologos-Gruppe, mussten unserer internationales Filalnetz schnell vergrößern. In einem Zeitraum von wenigen Jahren haben wir nicht weniger als dreizehn neue internationale Sitze und relokalisierte Filialen gegründet. Die unausweichliche wirtschaftliche Globalisierung unseres Planeten findet nämlich gleichzeitig mit der Internationalisierung der Sprachdienstleistungsunternehmen statt. Zu unserer größten Freude übrigens.

Diese Neuauflage unseres Buches soll die Entwicklung dieses Prozesses bezugen. So einfach ist das.


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